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Wissenswertes und Interessantes zur Geschichte und Statistik

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Lesen Sie hier wie die Freiwillige Feuerwehr Berg entsanden ist!

Wir führen sie durch die Geschichte der Wehr von Ihrer ersten Erwähnung 1803 bis zur Gegenwart. Erfahren Sie alles über die Gründung der Wehr, die Einsätze und besonderen Ereignisse sowie die Ausrüstung und Technik, mit der man damals zurecht kommen mußte. Weiterhin gibt es Informationen zur ersten Feuerordnung, der damaligen Nachbarschaftshilfe und dem Warnsystem der damaligen Zeit.

Natürlich haben wir auch die wichtigsten Statistkdaten der Wehr sowie Ihre bisherigen 1. Vorsitzenden und Kommandanten hier aufgelistet.

 

Informationen zur derzeitigen Aktiven Wehr, der jetzigen Führung und dem Vorstand finden Sie hier !

Streifzug durch die Wehr

17 Brunnen und 3 Teiche

Gründung und Material

Brand / Ereignis bis 1946

1946 und die Stunde 0

Von der Feuerordnung

Von d. Nachbarschaftshilfe

Vom Warnsystem

Statistik der Berger Wehr

Vorstand ab 1875

Kommandanten ab 1875

 

 

 

Streifzug durch die Geschichte der Berger Wehr

 

Wie alle Wehren, war auch die Berger Wehr immer bemüht, sich zu vervollkommnen, um ihren geschworenen Feind, dem Feuer, immer gerüsteter entgegentreten zu können. Sie fand wohl alle Zeit mannigfache Förderung durch die Gemeindebehörden im Rahmen der Nachbarschaftshilfe und finanzieller Aufwendungen. Aber nicht gleiches Verständnis fand sie bei der großen Masse der Einwohner, die, soweit sie nicht selbst betroffen oder in Mitleidenschaft gezogen wurde, häufig genug in den Bränden nur ein interessantes Schauspiel sahen und infolge ihrer unbezähmbaren Neugierde die Arbeit der Wehr hemmten und störten.

 

Jedenfalls klingt auch durch die Berger Feuerchronik deutlich vernehmbar das Hohelied selbstloser Nächstenliebe. Durch Jahrzehnte hindurch hat die Berger Wehr getreu ihrer Losung „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" große und oft unersetzbare Werte gerettet und größere Gefahren, welche die Menschen an Hab und Gut bedrohten, abgewendet.

 

Ihre erste Erwähnung geht auf das Jahr 1803 zurück. In der Hofer Stadtgeschichte heißt es, beim großen Brand von Hof am 13. Juli 1803 wurde die Berger Feuerspritze beschädigt. Weiter heißt es: 27 „Feuerspritzen" standen im Jahre 1783 in Dörfern und Kleinstädten rings um Hof, (nach einer Feststellung im „Intelligenzblatt" vom 1. Sept. 1783). Laut Feuerordnung besaß neben Berg auch Issigau, Naila und Lichtenberg eine Feuerspritze. Zu einer Feuerlöschkolonne wurden damals 48 Mann benötigt, 32 waren „zum Druck" und 16 Mann „zum Füllen" notwendig. Nach dem Brand wurden zwischen dem 18. - 23. Juli sämtliche Ortschaften rings um Hof aufgefordert, die Brandstätte mit aufräumen zu helfen. An jedem Tag sollten die Helfer von sechs bis neun Ortschaften früh um 6 Uhr zu dieser Arbeit antreten.

 

Die Berger Wehr in früheren Zeiten

 

 

Zwanzig Jahre später, am 4.Sept. 1823, war die größte Brandkatastrophe in Hof zu verzeichnen. Mit Sicherheit standen auch hier die Berger Wehrmänner mit im Einsatz. Leider sind die Aufzeichnungen sehr spärlich. Zu dieser Katastrophe sei noch bemerkt, daß Ende Okt. 1823 sich der königliche Regierungs-Concipist von Dobeneck in Bayreuth bereit erklärt hat, zur Unterstützung der Abgebrannten 3000 der schönsten Baumstämme aus seinen Waldungen bei Bug und Berg um den billigsten Preis abzugeben.

 

Was damals die Wehrmänner mit ihren primitiven Löschgeräten leisteten, ist unvorstellbar und nicht mit der Leistung heutiger Wehren vergleichbar. Hier brannte mehr ab, als alle Brände im 19. Jahrhundert im Landkreis Hof zusammen; 300 Wohngebäude und 300 Nebengebäude.

Die Brände im 19. Jahrhundert wurden durch Holz und Strohschindeln und dem offenen Licht stark begünstigt. Dies waren auch die Ursachen, die oft ganze Ortsteile zerstörten, wie in Berg 1873. Die große Not, die nach den Bränden herrschte, wurde oft noch durch Mißernten erhöht. Hinzu kam das Nichtbeachten der alten Mahnung „Bewahrt das Feuer und das Licht", das unseren Vätern oft genug schwersten Schaden und Verluste bescherte.

 

Das Sprichwort „Durch Schaden wird man klug" hatte in unserem Dorf durch Jahrzehnte hindurch seine Gültigkeit verloren. Denn das Gebot der Klugheit, rasch zuzugreifen und gemeinsam alle nur erdenklichen Mittel zur möglichst

schnellen Unterdrückung eines Feuers anzuwenden, wurde oft nicht beachtet. Man hielt sich zu wenig an die Bestimmungen der „Feuerordnung", wie dies der Brand von 1873 bestätigte. Die Ausdehnung manchen Brandes, auch mit den damals noch unzulänglichen Löschmitteln, hätte verhindert werden können, wenn nicht nur einzelne, sondern alle ihre vorgeschriebene Pflicht getan hätten.

 

Bei allen Vorschriften und §§ war das Wasser wohl immer das Wichtigste, das Vorrangige. Im Wasserkrieg von Berg 1787 - 1796 wird es deutlich, wie wichtig es war, die alten Brunnen zu erhalten um genügend Wasser für die Brandbekämpfung im Dorf zu haben.

 

Im landschaftlichen Dreieck Berg - Hadermannsgrün - Schnarchenreuth wurde gegen 1786 das Eisen- und Kupferbergwerk „Eisenknoten" angefahren. Da man nicht den Mut hatte, einen tiefen Stollen anzufahren, begnügte man sich mit einer Stollentiefe von 28 m, obgleich am Mundloch 72 m vorgesehen waren. Stellenweise arbeitete man nur 12 m unter Tage. Daraufhin trockneten zwei in der Nähe gelegene Teiche im Jahre 1787 überraschend aus. Da auch der Stollen-Brunnen und andere gefährdet waren, kam es zu dem Wasserkrieg in Berg. Es war einfach die Angst, das Wasser für die Brandbekämpfung könnte versiegen. Die Grube kam bald zum Erliegen, da man nicht den Mut hatte, den Stollen tiefer anzusetzen. 1790 war er nur noch in Fristen erhalten. Der Eisenknoten ging darauf wieder ein, aber die Wasserversorgung blieb dennoch ungenügend.

 

Ein opferwilliger Mann traf in der Berger Wassergeschichte bei den Bergern wiederum auf böswilliges Unverständnis, wie vorher die gutwilligen Bergfachleute und Wassergutachter. Es war der damalige Kantor von Berg, Joh. Gottfried Drechsel, der sehr wohlhabend war. Auf eigene Kosten ließ er den „Kannesbrunnen" treiben. Von den damals 63 Hausbesitzern einschließlich Pfarramt unterstützten ihn nur 4. Obwohl Kantor Drechsel ein handfestes Gutachten des Bauassessors und späteren Gelehrten Alexander von Humboldt vorlegen konnte, fand sein Gesuch um Gewährung von 180 Talern für die Wasserbeschaffung durch den König von Preußen Ablehnung. Das Gesuch landete im Aktenfriedhof zu Bayreuth. Das Werk des Kantors Drechsel blieb unvollendet. Mit ihm wurde auch der damalige Wasserkrieg von Berg zu Grabe getragen.

 

Das Wertvollste aus dem damaligen gewollten und ungewollten Durcheinander stellt das Gutachten Humboldts voran. Er hatte den Kannes-Brunnen zweimal befahren und dürfte sich wegen dieses Wasservorkommens auf der Berger Hochfläche nicht getäuscht haben, denn aus diesem Reservoir beziehen Berg, Hadermannsgrün, Schnarchenreuth, Gottsmannsgrün, Bug, ein Teil von Brück und Erzengel ihr Wasser.

 

 

 

Nach oben! Die 17 Brunnen, die damals für die Brandbekämpfung vorhanden waren:

1 Der Stollen (am Hadermannsgrüner Weg)

2 Der Kannes - Brunnen (am Rothleitener - Weg)

3 Der Spenglers - Brunnen (am Rothleitener - Weg)

4 Der Schmieds - Brunnen (am Rothleitener - Weg)

5 Die Rodels - Brunnen (Winters - Brunnen am Friedensweg)

6 Der Eberts - Brunnen (Ebert Georg - am Friedensweg)

7 Der Herpichs - Brunnen (jetzt Fickenscher-Hirschberger Str.)

8 Die Leidels - Brunnen (Hirschberger Straße)

9 Der Schnabels - Brunnen (an der alten Totengasse)

10 Der Kirchhofs - Brunnen (zwischen Luthersaal und l. Pfarrhaus)

11 Die Sinterhaufs - Brunnen (Hofer Straße)

12 Der Davids - Brunnen (Hofer Straße)

13 Der Eberts - Brunnen (Ebert Max - Hofer Straße)

14 Die Schallers - Brunnen (Hofer Straße)

15 Der Konners - Brunnen (Hofer Straße - Ausfahrt DKV)

16/17 Die Wassersteige (am Anwesen Ernst - Friedensweg)

 

Hinzu kamen die vielen kleineren Brunnen, die fast an jedem Haus waren. Zusätzlich waren Teiche vorhanden:

1 Der Kochsteich

2 Die zwei jetzigen Ina - Teiche

 

Der tiefste Brunnen dürfte der Davids - Brunnen gewesen sein mit 72 m. Die Kette am Brunnen im Pfarrhof wog 32 Pfund.

 

1896 wurde in Berg die Wasserleitung gebaut. Trotzdem blieb die Wasserversorgung für die Brandbekämpfung ungenügend. Noch im Jahre 1959 war man bemüht, dies zu ändern, indem man eine Falleitung mit 150 mm Durchmesser vom Wasserbehälter bis ins Dorf zu verlegen suchte. Dieser Antrag wurde wieder fallengelassen.

 

 

 

Nach oben! Die Gründung der Berger Wehr

Am 6. Juni 1875 wurde die Freiwillige Feuerwehr Berg gegründet und löste damit die Ortsfeuerwehr ab. Als Gründungs - Vereinslokal war das Gasthaus Schnabel vorgesehen

 

Nach einem Verzeichnis waren 58 Wehrmänner mit dunkelblauen Dienströcken eingetragen.

An Material waren vorhanden:

 

1 Saug- und Druckspritze, vierrädrig, nicht abprotzbar

1 Druckspritze ohne Saugwerk, vierrädrig

1 Schlauchhaspel, fahrbar

10 Normalgewinde

2 Kupplungsstücke

300 Handdruckschläuche mit Normalgewinde

41/2 Saugschläuche

8 Eimer

3 Ausstell - Leitern

2 Hakenleitern mit je 2 Haken

1 Hakenleiter einhcHmig

4 Steigleitern

 

Für die damalige Zeit war die Freiwillige Feuerwehr Berg sehr gut ausgerüstet. Die Steiger waren mit Helm, Gurt mit Karabinerhaken, Leine, Pfeife, Spitzbeil und Laterne ausgerüstet. Die Spritzenmänner mit Helm, Gurt, Pfeife und Beil, und die Ordnungsmänner mit Helm, Gurt und Haken. Zur Verfügung der Signale standen S-Trompeten, 2 Hupen und 12 Pfeifen.

 

Diese Freiwillige Feuerwehr wurde schon kurz nach ihrer Gründung, wegen Unstimmigkeiten, in eine Pflicht-Feuerwehr umgewandelt. Bezirkshauptmann Pfeiffer schaltete sich darauf ein und regelte diese Unstimmigkeiten. Er löste die Pflichtfeuerwehr wieder auf und führte die Freiwillige Feuerwehr wieder ein.

Unter dem Kommandanten Knörnschild H. 1875- 1914 wurde 1883 die Feuerlöschmaschine-angeschafft. Es war eine einarmige Handdruckspritze. Bei ihr wurde das Wasser noch mit Eimern von oben aufgefüllt. Da ihre Schlauchleitung sehr kurz war, stand sie zu nahe beim Brandherd, was nicht immer von Vorteil war

Zwei Jahre später, 1885, wurde dann die doppelseitige Handdruckspritze zum Preis von 82 Mark angeschafft. Diese Spritze war 1940 am 4. Nov. beim Brand vom Erzengel (früher Gemeinde Brück) noch im Einsatz.

 

 

Nach oben! Die Brände im Berger Winkel und sonstige hervorzuhebende Ereignisse von 1765 - 1946:

 

1765  Der große Brand von Tiefengrün, dem 10 Bauernhöfe, 8 Scheunen und 46 Stück Vieh zum Opfer fielen. (Kirchenbeschreibung Berg)

1831   Großer Brand in Joditz, 6 Bauernhöfe mitsamt der Mühle und allen Nebengebäuden.

1873  Der große Brand von Berg: laut Grundsteuer - Kataster-Verzeichnis Nr. 221 der Steuergemeinde Berg ist das Anwesen Hs. Nr. 13 1874 mit Stall und Schupfen abgebrannt. Demnach müßte der große Brand 1874 und nicht, wie angenommen, 1873 stattgefunden haben. Dem Brand fielen insgesamt 17 Höfe mit Stallung, Scheunen und allen Nebengebäuden zum Opfer: (alte Hausnummern)

62 Gemeinhardt-jetzt Brandler

25 Schnabel Joh.-jetzt abgebrochen

24 Hus-jetzt abgebrochen

23 Wurzbacher - jetzt abgebrochen

20 Gebhardt - jetzt Gebhardt Ehrhardt

19 Blechschmidt - jetzt Wohlan

19a Blechschmidt - jetzt Schulz

19b Blechschmidt - jetzt Friedrich H.

18 Altes Gemeindehaus-jetzt abgebrochen

14 Hermann-jetzt Hermann Emil

13 Walch - jetzt Kraus Alex

12 Leidel - jetzt Leidel Klaus

63 Wurzbacher

64 Grüner

65 Herpich

66 Herpich

Das einzige Gebäude, das inmitten dieses Infernos stehen blieb, war die spätere Alte Post, Nr. 15, jetzt abgebrochen.

Im Verdacht, den Brand verursacht zu haben, stand der Sohn des Gemeinhardt Georg.

Durch die Mithilfe anderer Wehren, vor allem der Hofer Wehr, konnte eine Katastrophe in Berg verhindert werden. Der Leiter der Ortsfeuerwehr Berg bei diesem Brand war Hauptmann Ebert Wilhelm.

 

1910 Bei einer Inspektion am 14. Mai ergab sich, dass Berg eine gute Wasserversorgung mit mehreren Löschstellen (Teiche u. Brunnen) hatte. Auch Ausrüstung und Geräte, sowie die Bekleidung waren im guten Zustand. Im gleichen Jahr, am 17 August, konnte der Brand beim Anwesen Narr (Rothleiten) gelöscht werden. Beteiligt waren 12 Wehren mit 148 Wehrmännern.

1912 am 31. Mai konnten 9 Wehren mit 87 Wehrmännern den Brand am Vereinslokal Schnabel bekämpfen. In diesem Jahr erhielt Vorstand Fiedler H. das Ehrenzeichen für 25jährige Tätigkeit.

1914 war gegenüber von 1910 das Schlauchmaterial unverändert mit 300 m.

1916 am 9. Mai Anwesen Puff abgebrannt.

1917 am 5. Okt. Brand in Rothleiten Anwesen Höllering. Mit Ende des 1. Weltkrieges mußte die Wehr den Tod von neun Kameraden beklagen.

1919 am 6. Juli ergab eine Inspektion, daß in Berg Wassermangel herrschte und das Material nur bedingt brauchbar war. Dies ergaben auch die Inspektionen vom 7. Mai 1922 und am 8. Juli 1923.

1932 am 21. Feb. Brandeinsatz in Hadermannsgrün.

1933 nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde Kommandant Kieß-ling Johann abgesetzt. Der neue Mann in Berg war Kommandant Hüfner Willi, er übernahm dieses Amt bis 1936.

Kurz vor Kriegsende im Mai 1944 wurde von der Fa. Metz, Karlsruhe, noch die Tragkraftspritze auf Holzrädern mit Sperrholzummantelung angekauft für 2 728,54 RM.

 

 

Nach oben! 1946 die Stunde 0

 

1946 am 24. März fand die erste Generalversammlung der Freiwilligen - Feuerwehr Berg nach dem 2. Weltkrieg im Vereinslokal statt. Unter Vorsitz des Bürgermeisters Kießling Johann wurde die erste Vorstandschaft gewählt. Dabei erfolgte die Einteilung der Wehrmänner in Altersgruppen von 18-45 Jahren.

 

Es wurden gewählt:

1.Vorstand Nikol Och

2. Vorstand Ernst Emil

Schriftführer Gebhardt Max

Kommandant Spengler Erich Stellv. Kommandant Wolfrum Paul

Kassier Fickenscher Fritz

Zeugwart Fiedler Max

Hornist Gebhardt Helmuth

Sirenenwart Fränkel Heinrich

 

Dies wurde durch den Ausschuß im Einvernehmen der Zugführer vorgenommen. Die Einteilung in Aktive und Passive wurde zurückgestellt. Kassenbestand 75,24 RM Guthaben.

 

Angeschafft müßten werden:

1 Saugkorb

1 Düsenstrahlrohr

6 Löschgurte mit Karabiner

Stahlhelme

Signalpfeifen

Verbandsmaterial usw.

 

Dies war der Stand nach dem 2. Weltkrieg 1946

 

Die Berger Wehr beim Festumzug früher und heute

 

 

Nach oben! Von der Feuerordnung

 

Durch das Großfeuer in Ölsnitz am 7. Juli 1720, sah sich der Bürgermeister und Rat der Stadt Hof veranlaßt, noch in diesem Jahr eine neue Feuerordnung herauszugeben, da die Feuerordnung vom Jahr 1708 den Anforderungen nicht mehr entsprach. 60 Jahre später, 1780 am 9. Oktober, erschien eine neue verbesserte „Feuerordnung", die sich von den Ordnungen der Jahre 1708 und 1720 nicht wesentlich unterschied.

 

Die Neue Feuerpolizeiordnung wurde am 20. Dezember 1835 von der Kgl. Kreisregierung bestätigt. Sie wurde vom 6. Februar 1836 an im Hofer Wochenblatt nach und nach abgedruckt und sollte später als Broschüre verteilt werden. Diese Feuerpolizeiordnung bestand aus 114 §§. Die Ordnung zerfiel in 5 „Hauptabteilungen". Die l. handelte in 33 §§, welche „der Entstehung von Bränden entgegenwirken und vermindern sollten"

 

Die II. Abteilung, die §§ 34 - 58 umfassend, beschrieb die „Feuerlöschmittel und Gerätschaften". Nach § 42 waren die Brauhausbesitzer im Winter verpflichtet, beim ersten Feueralarm die Kessel anzuschüren, um die Feuerlöschmaschine mit heißem Wasser bedienen zu können und in den Teichen bei großer Kälte und starken Eis große Löcher aufzuhauen und ununterbrochen offen zu halten.

 

Die III. Abteilung, die §§ 59 - 89, enthalten die Vorschriften „über die Verwendung der Löschgeräte und dessen zugehöriges Personal".

 

Die IV. Abteilung, die §§ 90 - 106, handelte „von Rettung gefährdeter Personen und dessen Eigentums und Sicherung. So war eine Rettungs-Gesell-schaft zu bilden, welche aus Handwerkern und Ärzten bestand und Rettungsplätze bereitzustellen hatte

Die V. Abteilung, die §§ 107 - 114, umfaßte allgemeine Vorschriften. Jeder Bürger war nach § 114 verpflichtet, die Feuerpolizeiordnung von Zeit zu Zeit durchzulesen. Auch war die Feuerschau - Comission angewiesen, sich bei ihrer jährlichen Visitation zu überzeugen, ob jeder Bürger im Besitz der Feuerpolizeiordnung ist.

 

Am 2. Januar 1864 erschien eine als polizeiliche Vorschrift deklarierte neue Feuerlöschordnung.

Bei allen Feuerordnungen ist an planmäßige Übungen mit keinem Wort gedacht, nur von Pflege und Vollzähligkeit der Geräte ist hier die Rede.

 

 

Nach oben! Von der Nachbarschaftshilfe

 

Wohl noch älter als die Feuerordnung ist wohl die Nachbarschaftshilfe. Sie war in früheren Jahren, besonders auf dem Land das einzige Mittel, um einen Brand zu bekämpfen. Es gäbe viele Beispiele dafür, aber 2 möchte ich hier anführen.

 

I. Beim großen Brand in Joditz 1831 brannten in der Nacht vom 18./19. Mai 6 große Bauernhöfe mitsamt der Mühle und allen Nebengebäuden ab. Der Berger Pfarrer Friedlein wandte sich daraufhin im „Intelligenzblatt" an die Bevölkerung im Sinne der Nachbarschaftshilfe mit der Bitte, vor allem 2 Brautleute, welche ihre gesamte Habe verloren hatte und einen Familienvater mit 13 (darunter 11 unversorgte) Kindern zu unterstützen.

 

II. Ein weiterer Fall von Nachbarschaftshilfe war auch in Berg zu spüren. Dies bescheinigt eine Ausweisung von 1 Gulden, 28 Kreuzer von der Rural und Gemeindeverwaltung S D Brandstein unter Acta 1833/34 zu den Kosten der Feuerlöschmaschine in Berg. Hier sehen wir deutlich, wie im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe die Berger Feuerlöschmaschine durch finanzielle Aufwendungen unterstützt wurde.

 

Armut und Not gaben den Ausschlag zum Zueinanderhalten in allen Gefahren, besonders bei Bränden und anderen Katastrophen. Bei allen großen Brandkatastrophen, wie in Wunsiedel, Ölsnitz, Hof usw. stieg die Opferbereitschaft ins Unermessliche (siehe Brandchronik Hof). Auch in Berg wird es beim Brand 1874 nicht anders gewesen sein

 

 

Nach oben! Vom Warnsystem

 

Man war in früheren Jahren nur auf den Türmer angewiesen, der bei Tag und Nacht auf dem Turm Ausschau zu halten hatte. Er war sozusagen ein Gefangener des Turmes. Sieht man sich einmal die Behausung des Türmers auf der Michaeliskirche in Hof an, so ist es leicht verständlich, daß der Türmer, nur wenn es unbedingt sein mußte, sein Domizil oben im Turm verließ. Zur Beförderung seines Bedarfs war ein Aufzugschacht, eine Seilwinde vorhanden, mit der er das Notwendigste hinauf oder hinab zog. Man mußte gut zu Fuß sein bei dem vielen Treppensteigen. Sah er beim Ausschauen Rauch oder Feuer, so gab er Alarm mit der Feuerglocke. Darauf hin mußten die Nacht- oder Stillwächter auf ihren Hörnern blasend und Feuer rufend durch die Straßen eilen. Erst viel später gab es den Hornisten. 1946 wurde Gebhardt Helmuth für diesen Dienst gewählt und als Sirenenwart Fränkel Heinrich. In Berg ging am 1. September 1977 ein langgehegter Wunsch aller Berger Bürger in Erfüllung: Auf dem Dach des Rathauses wurde eine Warn-Alarmsirene E 57 montiert und wenige Tage später die Funkalarmierung mit Funkempfänger und Sprechgerät installiert

 

 

Nach oben! Statistik von 1783 bis heute

 

1783 Feuerspritze in Berg vorhanden

1803 Feuerspritze beim Brand in Hof beschädigt

1708 erste Feuerordnung

1720 neue Feuerordnung

1780 verbesserte Feuerordnung

1787 - 1796 der Berger Wasserkrieg

1794 die 17 Brunnen in Berg

1836 neue Feuerordnung mit 114 §

1831 Nachbarschaftshilfe in Joditiz

1833/34 Nachbarschaftshilfe in Berg

1869 Brand in Berg beim Ziegler und Bauern in Berg

1873 der große Brand von Berg

1875 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Berg

1883 Handdruckspritze einarmig angeschaft

1885 Handdruckspritze doppelarmig angeschafft

1910 Brand in Rothleiten Anwesen Narr am 19. Mai

1912 Brand im Vereinslokal am 31. Mai

1912 Vorstand Fiedler H. erhält das Ehrenabzeichen für 25jährigeTätigkeit

1915 Brand beim Anwesen Erst in Berg am 16 April

1914 Löschhilfe in Hadermannsgrün Anwesen Reckleben am 15. Juli

1916 Brandeinsatz in Eisenbühl Anwesen Puff

1917 Brandeinsatz in Rothleiten Anwesen Höllering

1932 Brandeinsatz in Hadermannsgrün am 21. Februar

1933 Kommandant Kießling durch die NSDAP abgesetzt

1937 Brandeinsatz in Berg Anwesen Rank

1944 Tragkraftspritze von der Fa. Metz Karlsruhe angeschafft

1949 das zur Verfügung stehende Transportauto konnte aus finanziellen  Gründen nicht übernommen werden

1951 Kommandant Spengler erhält das Abzeichen für 40 Jahre  Och Nikol erhält das Abzeichen für 25 Jahre 

 Wolfrum Paul erhält das Abzeichen für 25 Jahre  Ernst Emil erhält das Abzeichen für 25 Jahre

1952 Löschhilfe in Schnarchenreuth Anwesen Schnabel am 24. Juni

1952 Feuerwehrgerätehaus eingeweiht

1953 Brände in Schnarchenreuth, Gottsmannsgrün, Dörnthal

1954 Brand in Berg Anwesen Ebert Max am 8. Februar

 Motorkraftspritze TS 8/8 von der Fa. Ludwig in Bayreuth angekauft

1957 Löschhilfe in Hadermannsgrün Anwesen Hofmann am 10. Oktober

1958 Brand in Berg Anwesen Schaller am 4. Februar

1958 Brandeinsatz in Tiefengrün Anwesen Knörnschild am 13. Oktober

1959 Waldbrand bei Rothleiten am 5. Oktober

1959 Schupfenbrand in Berg Anwesen Schnabel am 9. Oktober

1960 Brand im Steinbruch Beyer am 14. April

1960 Brand in Rothleiten Anwesen Weberei Haas am 1. Oktober

1964 legte die erste Gruppe das Leistungsabzeichen in Bronze ab

1964 Löschhilfe im Brandsteiner - Wald

1968 legte die zweite Gruppe das Leistungsabzeichen ab am 20. Sept.

1968 Brand an der Trafostation Berg

1968 Einsatz wegen Hochwasserwegen Unwetter an der Hofer und Hirsch-

 berger Straße am 6. Juli

1970 Bürgermeister Kießling wurde mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt

1970 Löschhilfe in Untertiefengrün Anwesen Kühnmühle

1974 Gründungsversammlung der Jugendwehr 23. Juni

1976 Jugendwehr legt das Jugendleistungsabzeichen ab am 26. Juni

1976 Brand an der Autobahn am 23. Juni

1976 Schwelbrand im Wald von Rothleiten am 26. Juni

1976 Brand an der Autobahn am 2. Juli

1977 Selbstschutzlehrgang im Vereinslokal im Februar

1977 Ausbildung einer zweiten Jugendgruppe

1977 Jugendgruppe legt Prüfung ab am 1. Mai

1977 die dritte Gruppe legt das Leistungszeichen in Bronze ab am 24. Juni

1977 Anschaffung der Ärmelabzeichen mit dem Berger Wappen

1979 konnten Geräte, Helme und Anzüge mit Unterstützung der Gemeinde

 angeschafft werden 1986 Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs

1988 Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses

 

Erstes Behelfs-"Gerätehaus"

Gerätehaus  Früher und heute

 

1989 Anschaffung des Tanklöschfahrzeuges 16/25 mit Zubehör

 

 

Seit seinem Amtsantritt hat der ehemalige Kommandant Manfred Peetz, die Alarmierungen aufgezeichnet:

 

1984

6. 5. Wasserfahren für Bug

31.10. Ölspur beseitigen auf Staatsstraße Issigau - Berg

23. u. 24.11. Sturmschäden, Bäume beseitigen und aufarbeiten

29.12. Brand, Hintergebäude Gasthof Goldner Löwe

 

1985

10. 5. Tankzugbrand, BAB bei Rudolphstein

13. 5. Waldbrand zwischen Berg, Rothleiten (Greimer)

15. 7. PKW-Brand zwischen Lamitz - Gottsmannsgrün

24. 8. Giftaustritt aus Tankzug bei Fa. Lauterbach

10. 9. Schwelbrand im Wald bei Grießbach

 

1986

9. 3.  Wassertransport für OT Moos

16. 5. Wassertransport für OT Moos

20. 5. Wassertransport für OT Moos

26. 5. Kellerbrand in der Inastraße Anwesen Vogel

7. 6. Entfernen und zerteilen eines Baumes in OT Rothleiten, nach Sturm

1.10. Baubudenbrand am Grenzübergang Rudolphstein

17.12. Brand in der Blumenaumühle (nur Bereitschaft)

 

1987

5. 1. Kellerauspumpen in der Südstraße

8. 3. Kellerbrand in Hadermannsgrün

21. 8. Ölaustritt in Rudolphstein bei der BAB Tankstelle

21. 8. Ölspurbeseitigen in Berg auf Kreuzung

 

1988

3.4. PKW-Brand zwischen Schnarchenreuth und Eisenbühl

4.4. Wassertransport für OT Moos

21. 9. Brand Reitzenstein (Schuppen), kein Eingreifen mehr erforderlich

8.10. Brand in Issigau, (kein Eingreifen erfoderlich)

14.10. Ölspur beseitigen, Einfahrt auf BAB Richtung Nürnberg

7.12. Sicherungs- u. Absperrarbeiten bei Tankzugunfall Berg - Brück

10.12. Fehlalarm

 

 

Nach oben! Die 1. Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Berg

 

Vorstand:

1875?- 1913? Fiedler Heinrich

1914 - 1919 Fiedler Heinrich

1919 - 1923 Leidel Heinrich

1923 -  Martin Christian

1923 - 1931 Rodel Peter

1931 - 1941 Wolfrum Johann

1941 - 1946 Spengler Erich

1946 - 1961 Och Nikol

1961 - 1971 Wolfrum Paul

1971 - 1981 Gebhardt Heinz

1981 - 1984 Helmut Müller

1984 - 1998 Schnabel Alfred

1998 - heute Narr, Dieter

 

 

Nach oben! Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Berg

 

1875 - 1914 Knörnschild Heinrich?

1914 - 1919 Schnabel Nikol

1919 - 1920 Fickenscher Fritz

1921 - 1922 Martin Christian

1923 -  Rodel Johann

1923 - 1933 Kießling Johann

1933 - 1936 Hüfner Wilhelm

1936 - 1939 Haas Hans

1940 - 1944 Beier Heinrich

1944 - 1946 Spengler Erich

1946 - 1952 Spengler Erich

1953 - 1958 Wilfert Max

1958 - 1961 Schaller Richard

1961 - 1966 Fiedler Manfred

1966 - 1971 Müller Helmut

1971 - 1977 Michael Arthur

1977 - 1984 Straßberger Werner

1984 - 2004 Peetz Manfred

2004 - heute Schaller, Gunther

 

Informationen zur derzeitigen Aktiven Wehr, der jetzigen Führung und dem Vorstand finden Sie hier !

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