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Streifzug durch die Geschichte der Berger Wehr
Wie alle
Wehren, war auch die Berger Wehr immer bemüht, sich zu vervollkommnen, um ihren
geschworenen Feind, dem Feuer, immer gerüsteter entgegentreten zu können. Sie
fand wohl alle Zeit mannigfache Förderung durch die Gemeindebehörden im Rahmen
der Nachbarschaftshilfe und finanzieller Aufwendungen. Aber nicht gleiches
Verständnis fand sie bei der großen Masse der Einwohner, die, soweit sie nicht
selbst betroffen oder in Mitleidenschaft gezogen wurde, häufig genug in den
Bränden nur ein interessantes Schauspiel sahen und infolge ihrer unbezähmbaren
Neugierde die Arbeit der Wehr hemmten und störten.
Jedenfalls
klingt auch durch die Berger Feuerchronik deutlich vernehmbar das Hohelied
selbstloser Nächstenliebe. Durch Jahrzehnte hindurch hat die Berger Wehr getreu
ihrer Losung „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" große und oft
unersetzbare Werte gerettet und größere Gefahren, welche die Menschen an Hab
und Gut bedrohten, abgewendet.
Ihre
erste Erwähnung geht auf das Jahr 1803 zurück. In der Hofer Stadtgeschichte
heißt es, beim großen Brand von Hof am 13. Juli 1803 wurde die Berger
Feuerspritze beschädigt. Weiter heißt es: 27 „Feuerspritzen" standen im
Jahre 1783 in Dörfern und Kleinstädten rings um Hof, (nach einer Feststellung
im „Intelligenzblatt" vom 1. Sept. 1783). Laut Feuerordnung besaß neben
Berg auch Issigau, Naila und Lichtenberg eine Feuerspritze. Zu einer
Feuerlöschkolonne wurden damals 48 Mann benötigt, 32 waren „zum Druck" und
16 Mann „zum Füllen" notwendig. Nach dem Brand wurden zwischen dem 18. -
23. Juli sämtliche Ortschaften rings um Hof aufgefordert, die Brandstätte mit
aufräumen zu helfen. An jedem Tag sollten die Helfer von sechs bis neun Ortschaften
früh um 6 Uhr zu dieser Arbeit antreten.
Die
Berger Wehr in früheren Zeiten
Zwanzig
Jahre später, am 4.Sept. 1823, war die größte Brandkatastrophe in Hof zu
verzeichnen. Mit Sicherheit standen auch hier die Berger Wehrmänner mit im
Einsatz. Leider sind die Aufzeichnungen sehr spärlich. Zu dieser Katastrophe
sei noch bemerkt, daß Ende Okt. 1823 sich der königliche Regierungs-Concipist
von Dobeneck in Bayreuth bereit erklärt hat, zur Unterstützung der Abgebrannten
3000 der schönsten Baumstämme aus seinen Waldungen bei Bug und Berg um den
billigsten Preis abzugeben.
Was
damals die Wehrmänner mit ihren primitiven Löschgeräten leisteten, ist
unvorstellbar und nicht mit der Leistung heutiger Wehren vergleichbar. Hier
brannte mehr ab, als alle Brände im 19. Jahrhundert im Landkreis Hof zusammen;
300 Wohngebäude und 300 Nebengebäude.
Die
Brände im 19. Jahrhundert wurden durch Holz und Strohschindeln und dem offenen
Licht stark begünstigt. Dies waren auch die Ursachen, die oft ganze Ortsteile
zerstörten, wie in Berg 1873. Die große Not, die nach den Bränden herrschte,
wurde oft noch durch Mißernten erhöht. Hinzu kam das Nichtbeachten der alten
Mahnung „Bewahrt das Feuer und das Licht", das unseren Vätern oft genug
schwersten Schaden und Verluste bescherte.
Das
Sprichwort „Durch Schaden wird man klug" hatte in unserem Dorf durch
Jahrzehnte hindurch seine Gültigkeit verloren. Denn das Gebot der Klugheit,
rasch zuzugreifen und gemeinsam alle nur erdenklichen Mittel zur möglichst
schnellen Unterdrückung eines Feuers anzuwenden, wurde oft nicht
beachtet. Man hielt sich zu wenig an die Bestimmungen der „Feuerordnung",
wie dies der Brand von 1873 bestätigte. Die Ausdehnung manchen Brandes, auch
mit den damals noch unzulänglichen Löschmitteln, hätte verhindert werden
können, wenn nicht nur einzelne, sondern alle ihre vorgeschriebene Pflicht
getan hätten.
Bei allen Vorschriften und §§ war das Wasser wohl immer das
Wichtigste, das Vorrangige. Im Wasserkrieg von Berg 1787 - 1796 wird es
deutlich, wie wichtig es war, die alten Brunnen zu erhalten um genügend Wasser
für die Brandbekämpfung im Dorf zu haben.
Im landschaftlichen Dreieck Berg - Hadermannsgrün -
Schnarchenreuth wurde gegen 1786 das Eisen- und Kupferbergwerk
„Eisenknoten" angefahren. Da man nicht den Mut hatte, einen tiefen Stollen
anzufahren, begnügte man sich mit einer Stollentiefe von 28 m, obgleich am
Mundloch 72 m vorgesehen waren. Stellenweise arbeitete man nur 12 m unter Tage.
Daraufhin trockneten zwei in der Nähe gelegene Teiche im Jahre 1787 überraschend
aus. Da auch der Stollen-Brunnen und andere gefährdet waren, kam es zu dem
Wasserkrieg in Berg. Es war einfach die Angst, das Wasser für die
Brandbekämpfung könnte versiegen. Die Grube kam bald zum Erliegen, da man nicht
den Mut hatte, den Stollen tiefer anzusetzen. 1790 war er nur noch in Fristen
erhalten. Der Eisenknoten ging darauf wieder ein, aber die Wasserversorgung
blieb dennoch ungenügend.
Ein opferwilliger Mann traf in der Berger Wassergeschichte bei den
Bergern wiederum auf böswilliges Unverständnis, wie vorher die gutwilligen
Bergfachleute und Wassergutachter. Es war der damalige Kantor von Berg, Joh.
Gottfried Drechsel, der sehr wohlhabend war. Auf eigene Kosten ließ er den
„Kannesbrunnen" treiben. Von den damals 63 Hausbesitzern einschließlich
Pfarramt unterstützten ihn nur 4. Obwohl Kantor Drechsel ein handfestes
Gutachten des Bauassessors und späteren Gelehrten Alexander von Humboldt
vorlegen konnte, fand sein Gesuch um Gewährung von 180 Talern für die
Wasserbeschaffung durch den König von Preußen Ablehnung. Das Gesuch landete im
Aktenfriedhof zu Bayreuth. Das Werk des Kantors Drechsel blieb unvollendet. Mit
ihm wurde auch der damalige Wasserkrieg von Berg zu Grabe getragen.
Das Wertvollste aus dem damaligen gewollten und ungewollten
Durcheinander stellt das Gutachten Humboldts voran. Er hatte den Kannes-Brunnen
zweimal befahren und dürfte sich wegen dieses Wasservorkommens auf der Berger
Hochfläche nicht getäuscht haben, denn aus diesem Reservoir beziehen Berg,
Hadermannsgrün, Schnarchenreuth, Gottsmannsgrün, Bug, ein Teil von Brück und
Erzengel ihr Wasser.
Die 17 Brunnen, die damals für die Brandbekämpfung vorhanden
waren:
1 Der Stollen (am Hadermannsgrüner Weg)
2 Der Kannes - Brunnen (am Rothleitener - Weg)
3 Der Spenglers - Brunnen (am Rothleitener - Weg)
4 Der Schmieds - Brunnen (am Rothleitener - Weg)
5 Die Rodels - Brunnen (Winters - Brunnen am Friedensweg)
6 Der Eberts - Brunnen (Ebert Georg - am Friedensweg)
7 Der Herpichs - Brunnen (jetzt Fickenscher-Hirschberger Str.)
8 Die Leidels - Brunnen (Hirschberger Straße)
9 Der
Schnabels - Brunnen (an der alten Totengasse)
10 Der
Kirchhofs - Brunnen (zwischen Luthersaal und l. Pfarrhaus)
11 Die
Sinterhaufs - Brunnen (Hofer Straße)
12 Der
Davids - Brunnen (Hofer Straße)
13 Der
Eberts - Brunnen (Ebert Max - Hofer Straße)
14 Die
Schallers - Brunnen (Hofer Straße)
15 Der
Konners - Brunnen (Hofer Straße - Ausfahrt DKV)
16/17 Die
Wassersteige (am Anwesen Ernst - Friedensweg)
Hinzu
kamen die vielen kleineren Brunnen, die fast an jedem Haus waren. Zusätzlich
waren Teiche vorhanden:
1 Der
Kochsteich
2 Die
zwei jetzigen Ina - Teiche
Der
tiefste Brunnen dürfte der Davids - Brunnen gewesen sein mit 72 m. Die Kette am
Brunnen im Pfarrhof wog 32 Pfund.
1896
wurde in Berg die Wasserleitung gebaut. Trotzdem blieb die Wasserversorgung für
die Brandbekämpfung ungenügend. Noch im Jahre 1959 war man bemüht, dies zu
ändern, indem man eine Falleitung mit 150 mm Durchmesser vom Wasserbehälter bis
ins Dorf zu verlegen suchte. Dieser Antrag wurde wieder fallengelassen.
Die
Gründung der Berger Wehr
Am 6.
Juni 1875 wurde die Freiwillige Feuerwehr Berg gegründet und löste damit die
Ortsfeuerwehr ab. Als Gründungs - Vereinslokal war das Gasthaus Schnabel
vorgesehen
Nach
einem Verzeichnis waren 58 Wehrmänner mit dunkelblauen Dienströcken
eingetragen.
An Material waren vorhanden:
1 Saug-
und Druckspritze, vierrädrig, nicht abprotzbar
1
Druckspritze ohne Saugwerk, vierrädrig
1
Schlauchhaspel, fahrbar
10
Normalgewinde
2
Kupplungsstücke
300
Handdruckschläuche mit Normalgewinde
41/2
Saugschläuche
8 Eimer
3
Ausstell - Leitern
2
Hakenleitern mit je 2 Haken
1
Hakenleiter einhcHmig
4
Steigleitern
Für die
damalige Zeit war die Freiwillige Feuerwehr Berg sehr gut ausgerüstet. Die
Steiger waren mit Helm, Gurt mit Karabinerhaken, Leine, Pfeife, Spitzbeil und
Laterne ausgerüstet. Die Spritzenmänner mit Helm, Gurt, Pfeife und Beil, und
die Ordnungsmänner mit Helm, Gurt und Haken. Zur Verfügung der Signale standen
S-Trompeten, 2 Hupen und 12 Pfeifen.
Diese
Freiwillige Feuerwehr wurde schon kurz nach ihrer Gründung, wegen
Unstimmigkeiten, in eine Pflicht-Feuerwehr umgewandelt. Bezirkshauptmann
Pfeiffer schaltete sich darauf ein und regelte diese Unstimmigkeiten. Er löste
die Pflichtfeuerwehr wieder auf und führte die Freiwillige Feuerwehr wieder
ein.
Unter dem Kommandanten Knörnschild H. 1875- 1914 wurde 1883 die
Feuerlöschmaschine-angeschafft. Es war eine einarmige Handdruckspritze. Bei ihr
wurde das Wasser noch mit Eimern von oben aufgefüllt. Da ihre Schlauchleitung
sehr kurz war, stand sie zu nahe beim Brandherd, was nicht immer von Vorteil
war
Zwei Jahre später, 1885, wurde dann die doppelseitige
Handdruckspritze zum Preis von 82 Mark angeschafft. Diese Spritze war 1940 am
4. Nov. beim Brand vom Erzengel (früher Gemeinde Brück) noch im Einsatz.
Die Brände im Berger Winkel und sonstige hervorzuhebende Ereignisse
von 1765 - 1946:
1765 Der große Brand von
Tiefengrün, dem 10 Bauernhöfe, 8 Scheunen und 46 Stück Vieh zum Opfer fielen.
(Kirchenbeschreibung Berg)
1831 Großer Brand in
Joditz, 6 Bauernhöfe mitsamt der Mühle und allen Nebengebäuden.
1873 Der große Brand von
Berg: laut Grundsteuer - Kataster-Verzeichnis Nr. 221 der Steuergemeinde Berg
ist das Anwesen Hs. Nr. 13 1874 mit Stall und Schupfen abgebrannt. Demnach
müßte der große Brand 1874 und nicht, wie angenommen, 1873 stattgefunden haben.
Dem Brand fielen insgesamt 17 Höfe mit Stallung, Scheunen und allen
Nebengebäuden zum Opfer: (alte Hausnummern)
62 Gemeinhardt-jetzt Brandler
25 Schnabel Joh.-jetzt abgebrochen
24 Hus-jetzt abgebrochen
23 Wurzbacher - jetzt abgebrochen
20 Gebhardt - jetzt Gebhardt Ehrhardt
19 Blechschmidt - jetzt Wohlan
19a Blechschmidt - jetzt Schulz
19b Blechschmidt - jetzt Friedrich H.
18 Altes Gemeindehaus-jetzt abgebrochen
14 Hermann-jetzt Hermann Emil
13 Walch - jetzt Kraus Alex
12 Leidel - jetzt Leidel Klaus
63 Wurzbacher
64 Grüner
65 Herpich
66 Herpich
Das einzige Gebäude, das inmitten dieses Infernos stehen blieb,
war die spätere Alte Post, Nr. 15, jetzt abgebrochen.
Im Verdacht, den Brand verursacht zu haben, stand der Sohn des
Gemeinhardt Georg.
Durch die Mithilfe anderer Wehren, vor allem der Hofer Wehr,
konnte eine Katastrophe in Berg verhindert werden. Der Leiter der Ortsfeuerwehr
Berg bei diesem Brand war Hauptmann Ebert Wilhelm.
1910 Bei einer Inspektion am 14. Mai ergab sich, dass Berg eine
gute Wasserversorgung mit mehreren Löschstellen (Teiche u. Brunnen) hatte. Auch
Ausrüstung und Geräte, sowie die Bekleidung waren im guten Zustand. Im gleichen
Jahr, am 17 August, konnte der Brand beim Anwesen Narr (Rothleiten) gelöscht
werden. Beteiligt waren 12 Wehren mit 148 Wehrmännern.
1912 am 31. Mai konnten 9 Wehren mit 87 Wehrmännern den Brand am
Vereinslokal Schnabel bekämpfen. In diesem Jahr erhielt Vorstand Fiedler H. das
Ehrenzeichen für 25jährige Tätigkeit.
1914 war gegenüber von 1910 das Schlauchmaterial unverändert mit
300 m.
1916 am 9. Mai Anwesen Puff abgebrannt.
1917 am 5. Okt. Brand in Rothleiten Anwesen Höllering. Mit Ende
des 1. Weltkrieges mußte die Wehr den Tod von neun Kameraden beklagen.
1919 am 6. Juli ergab eine Inspektion, daß in Berg Wassermangel
herrschte und das Material nur bedingt brauchbar war. Dies ergaben auch die
Inspektionen vom 7. Mai 1922 und am 8. Juli 1923.
1932 am 21. Feb. Brandeinsatz in Hadermannsgrün.
1933 nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde Kommandant
Kieß-ling Johann abgesetzt. Der neue Mann in Berg war Kommandant Hüfner Willi,
er übernahm dieses Amt bis 1936.
Kurz vor Kriegsende im Mai 1944 wurde von der Fa. Metz, Karlsruhe,
noch die Tragkraftspritze auf Holzrädern mit Sperrholzummantelung angekauft für
2 728,54 RM.
1946 die Stunde 0
1946 am 24. März fand die erste Generalversammlung der
Freiwilligen - Feuerwehr Berg nach dem 2. Weltkrieg im Vereinslokal statt.
Unter Vorsitz des Bürgermeisters Kießling Johann wurde die erste Vorstandschaft
gewählt. Dabei erfolgte die Einteilung der Wehrmänner in Altersgruppen von
18-45 Jahren.
Es wurden gewählt:
1.Vorstand Nikol Och
2. Vorstand Ernst Emil
Schriftführer Gebhardt Max
Kommandant Spengler Erich Stellv. Kommandant
Wolfrum Paul
Kassier Fickenscher Fritz
Zeugwart Fiedler Max
Hornist Gebhardt Helmuth
Sirenenwart Fränkel Heinrich
Dies wurde durch den Ausschuß im Einvernehmen der Zugführer
vorgenommen. Die Einteilung in Aktive und Passive wurde zurückgestellt.
Kassenbestand 75,24 RM Guthaben.
Angeschafft müßten werden:
1 Saugkorb
1
Düsenstrahlrohr
6 Löschgurte mit
Karabiner
Stahlhelme
Signalpfeifen
Verbandsmaterial usw.
Dies war der Stand nach dem 2. Weltkrieg 1946
Die
Berger Wehr beim Festumzug früher und heute
Von der Feuerordnung
Durch das
Großfeuer in Ölsnitz am 7. Juli 1720, sah sich der Bürgermeister und Rat der
Stadt Hof veranlaßt, noch in diesem Jahr eine neue Feuerordnung herauszugeben,
da die Feuerordnung vom Jahr 1708 den Anforderungen nicht mehr entsprach. 60
Jahre später, 1780 am 9. Oktober, erschien eine neue verbesserte
„Feuerordnung", die sich von den Ordnungen der Jahre 1708 und 1720 nicht
wesentlich unterschied.
Die Neue
Feuerpolizeiordnung wurde am 20. Dezember 1835 von der Kgl. Kreisregierung
bestätigt. Sie wurde vom 6. Februar 1836 an im Hofer Wochenblatt nach und nach
abgedruckt und sollte später als Broschüre verteilt werden. Diese
Feuerpolizeiordnung bestand aus 114 §§. Die Ordnung zerfiel in 5
„Hauptabteilungen". Die l. handelte in 33 §§, welche „der Entstehung von
Bränden entgegenwirken und vermindern sollten"
Die II. Abteilung,
die §§ 34 - 58 umfassend, beschrieb die „Feuerlöschmittel und
Gerätschaften". Nach § 42 waren die Brauhausbesitzer im Winter
verpflichtet, beim ersten Feueralarm die Kessel anzuschüren, um die
Feuerlöschmaschine mit heißem Wasser bedienen zu können und in den Teichen bei
großer Kälte und starken Eis große Löcher aufzuhauen und ununterbrochen offen
zu halten.
Die III. Abteilung,
die §§ 59 - 89, enthalten die Vorschriften „über die Verwendung der Löschgeräte
und dessen zugehöriges Personal".
Die IV. Abteilung,
die §§ 90 - 106, handelte „von Rettung gefährdeter Personen und dessen
Eigentums und Sicherung. So war eine Rettungs-Gesell-schaft zu bilden, welche
aus Handwerkern und Ärzten bestand und Rettungsplätze bereitzustellen hatte
Die V.
Abteilung, die §§ 107 - 114, umfaßte allgemeine Vorschriften. Jeder Bürger war
nach § 114 verpflichtet, die Feuerpolizeiordnung von Zeit zu Zeit durchzulesen.
Auch war die Feuerschau - Comission angewiesen, sich bei ihrer jährlichen
Visitation zu überzeugen, ob jeder Bürger im Besitz der Feuerpolizeiordnung
ist.
Am 2.
Januar 1864 erschien eine als polizeiliche Vorschrift deklarierte neue
Feuerlöschordnung.
Bei allen
Feuerordnungen ist an planmäßige Übungen mit keinem Wort gedacht, nur von
Pflege und Vollzähligkeit der Geräte ist hier die Rede.
Von der Nachbarschaftshilfe
Wohl noch
älter als die Feuerordnung ist wohl die Nachbarschaftshilfe. Sie war in
früheren Jahren, besonders auf dem Land das einzige Mittel, um einen Brand zu
bekämpfen. Es gäbe viele Beispiele dafür, aber 2 möchte ich hier anführen.
I. Beim
großen Brand in Joditz 1831 brannten in der Nacht vom 18./19. Mai 6 große
Bauernhöfe mitsamt der Mühle und allen Nebengebäuden ab. Der Berger Pfarrer
Friedlein wandte sich daraufhin im „Intelligenzblatt" an die Bevölkerung
im Sinne der Nachbarschaftshilfe mit der Bitte, vor allem 2 Brautleute, welche
ihre gesamte Habe verloren hatte und einen Familienvater mit 13 (darunter 11
unversorgte) Kindern zu unterstützen.
II. Ein
weiterer Fall von Nachbarschaftshilfe war auch in Berg zu spüren. Dies
bescheinigt eine Ausweisung von 1 Gulden, 28 Kreuzer von der Rural und
Gemeindeverwaltung S D Brandstein unter Acta 1833/34 zu den Kosten der
Feuerlöschmaschine in Berg. Hier sehen wir deutlich, wie im Rahmen einer
Nachbarschaftshilfe die Berger Feuerlöschmaschine durch finanzielle
Aufwendungen unterstützt wurde.
Armut und
Not gaben den Ausschlag zum Zueinanderhalten in allen Gefahren, besonders bei
Bränden und anderen Katastrophen. Bei allen großen Brandkatastrophen, wie in
Wunsiedel, Ölsnitz, Hof usw. stieg die Opferbereitschaft ins Unermessliche
(siehe Brandchronik Hof). Auch in Berg wird es beim Brand 1874 nicht anders
gewesen sein
Vom Warnsystem
Man war
in früheren Jahren nur auf den Türmer angewiesen, der bei Tag und Nacht auf dem
Turm Ausschau zu halten hatte. Er war sozusagen ein Gefangener des Turmes.
Sieht man sich einmal die Behausung des Türmers auf der Michaeliskirche in Hof
an, so ist es leicht verständlich, daß der Türmer, nur wenn es unbedingt sein
mußte, sein Domizil oben im Turm verließ. Zur Beförderung seines Bedarfs war
ein Aufzugschacht, eine Seilwinde vorhanden, mit der er das Notwendigste hinauf
oder hinab zog. Man mußte gut zu Fuß sein bei dem vielen Treppensteigen. Sah er
beim Ausschauen Rauch oder Feuer, so gab er Alarm mit der Feuerglocke. Darauf
hin mußten die Nacht- oder Stillwächter auf ihren Hörnern blasend und Feuer
rufend durch die Straßen eilen. Erst viel später gab es den Hornisten. 1946
wurde Gebhardt Helmuth für diesen Dienst gewählt und als Sirenenwart Fränkel
Heinrich. In Berg ging am 1. September 1977 ein langgehegter Wunsch aller
Berger Bürger in Erfüllung: Auf dem Dach des Rathauses wurde eine
Warn-Alarmsirene E 57 montiert und wenige Tage später die Funkalarmierung mit
Funkempfänger und Sprechgerät installiert
Statistik
von 1783 bis heute
1783 Feuerspritze in Berg vorhanden
1803 Feuerspritze beim Brand in Hof beschädigt
1708 erste Feuerordnung
1720 neue Feuerordnung
1780 verbesserte Feuerordnung
1787 - 1796 der Berger Wasserkrieg
1794 die 17 Brunnen in Berg
1836 neue Feuerordnung mit 114 §
1831 Nachbarschaftshilfe in Joditiz
1833/34 Nachbarschaftshilfe in Berg
1869 Brand in Berg beim Ziegler und Bauern in Berg
1873 der große Brand von Berg
1875 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Berg
1883 Handdruckspritze einarmig angeschaft
1885 Handdruckspritze doppelarmig angeschafft
1910 Brand in Rothleiten Anwesen Narr am 19. Mai
1912 Brand im Vereinslokal am 31. Mai
1912 Vorstand Fiedler H. erhält das Ehrenabzeichen für
25jährigeTätigkeit
1915 Brand beim Anwesen Erst in Berg am 16 April
1914 Löschhilfe in Hadermannsgrün Anwesen Reckleben am 15. Juli
1916 Brandeinsatz in Eisenbühl Anwesen Puff
1917 Brandeinsatz in Rothleiten Anwesen Höllering
1932 Brandeinsatz in Hadermannsgrün am 21. Februar
1933 Kommandant Kießling durch die NSDAP abgesetzt
1937
Brandeinsatz in Berg Anwesen Rank
1944 Tragkraftspritze von der Fa. Metz
Karlsruhe angeschafft
1949 das zur Verfügung stehende Transportauto konnte aus
finanziellen Gründen nicht übernommen
werden
1951 Kommandant Spengler erhält das Abzeichen für 40 Jahre Och Nikol erhält das Abzeichen für 25
Jahre
Wolfrum Paul erhält das Abzeichen
für 25 Jahre Ernst Emil erhält das
Abzeichen für 25 Jahre
1952 Löschhilfe in Schnarchenreuth Anwesen Schnabel am 24. Juni
1952 Feuerwehrgerätehaus eingeweiht
1953 Brände in Schnarchenreuth, Gottsmannsgrün, Dörnthal
1954 Brand in Berg Anwesen Ebert Max am 8. Februar
Motorkraftspritze TS 8/8 von der Fa. Ludwig in Bayreuth angekauft
1957 Löschhilfe in Hadermannsgrün Anwesen Hofmann am 10. Oktober
1958 Brand in Berg Anwesen Schaller am 4. Februar
1958 Brandeinsatz in Tiefengrün Anwesen Knörnschild am 13. Oktober
1959 Waldbrand bei Rothleiten am 5. Oktober
1959 Schupfenbrand in Berg Anwesen Schnabel am 9. Oktober
1960 Brand im Steinbruch Beyer am 14. April
1960 Brand in Rothleiten Anwesen Weberei Haas am 1. Oktober
1964 legte die erste Gruppe das Leistungsabzeichen in Bronze ab
1964 Löschhilfe im Brandsteiner - Wald
1968 legte die zweite Gruppe das Leistungsabzeichen ab am 20.
Sept.
1968 Brand an der Trafostation Berg
1968 Einsatz wegen Hochwasserwegen Unwetter an der Hofer und
Hirsch-
berger Straße
am 6. Juli
1970
Bürgermeister Kießling wurde mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt
1970
Löschhilfe in Untertiefengrün Anwesen Kühnmühle
1974
Gründungsversammlung der Jugendwehr 23. Juni
1976
Jugendwehr legt das Jugendleistungsabzeichen ab am 26. Juni
1976
Brand an der Autobahn am 23. Juni
1976
Schwelbrand im Wald von Rothleiten am 26. Juni
1976
Brand an der Autobahn am 2. Juli
1977
Selbstschutzlehrgang im Vereinslokal im Februar
1977
Ausbildung einer zweiten Jugendgruppe
1977
Jugendgruppe legt Prüfung ab am 1. Mai
1977 die
dritte Gruppe legt das Leistungszeichen in Bronze ab am 24. Juni
1977
Anschaffung der Ärmelabzeichen mit dem Berger Wappen
1979
konnten Geräte, Helme und Anzüge mit Unterstützung der Gemeinde
angeschafft
werden 1986 Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs
1988
Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses
Gerätehaus
Früher und heute
1989
Anschaffung des Tanklöschfahrzeuges 16/25 mit Zubehör

Seit seinem Amtsantritt hat der ehemalige
Kommandant Manfred Peetz,
die Alarmierungen aufgezeichnet:
1984
6. 5.
Wasserfahren für Bug
31.10.
Ölspur beseitigen auf Staatsstraße Issigau - Berg
23. u.
24.11. Sturmschäden, Bäume beseitigen und aufarbeiten
29.12.
Brand, Hintergebäude Gasthof Goldner Löwe
1985
10. 5.
Tankzugbrand, BAB bei Rudolphstein
13. 5.
Waldbrand zwischen Berg, Rothleiten (Greimer)
15. 7.
PKW-Brand zwischen Lamitz - Gottsmannsgrün
24. 8.
Giftaustritt aus Tankzug bei Fa. Lauterbach
10. 9.
Schwelbrand im Wald bei Grießbach
1986
9.
3. Wassertransport für OT Moos
16. 5.
Wassertransport für OT Moos
20. 5.
Wassertransport für OT Moos
26. 5.
Kellerbrand in der Inastraße Anwesen Vogel
7. 6.
Entfernen und zerteilen eines Baumes in OT Rothleiten, nach Sturm
1.10.
Baubudenbrand am Grenzübergang Rudolphstein
17.12.
Brand in der Blumenaumühle (nur Bereitschaft)
1987
5. 1.
Kellerauspumpen in der Südstraße
8. 3.
Kellerbrand in Hadermannsgrün
21. 8. Ölaustritt
in Rudolphstein bei der BAB Tankstelle
21. 8.
Ölspurbeseitigen in Berg auf Kreuzung
1988
3.4. PKW-Brand zwischen Schnarchenreuth und Eisenbühl
4.4. Wassertransport für OT Moos
21. 9. Brand Reitzenstein (Schuppen), kein Eingreifen mehr
erforderlich
8.10. Brand in Issigau, (kein Eingreifen erfoderlich)
14.10. Ölspur beseitigen, Einfahrt auf BAB Richtung Nürnberg
7.12. Sicherungs- u. Absperrarbeiten bei Tankzugunfall Berg -
Brück
10.12. Fehlalarm
Die 1. Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr
Berg
Vorstand:
1875?- 1913? Fiedler Heinrich
1914 - 1919 Fiedler Heinrich
1919 - 1923 Leidel Heinrich
1923 -
Martin Christian
1923 - 1931 Rodel Peter
1931 - 1941 Wolfrum Johann
1941 - 1946 Spengler Erich
1946 - 1961 Och Nikol
1961 - 1971 Wolfrum Paul
1971 - 1981 Gebhardt Heinz
1981 - 1984 Helmut Müller
1984 -
1998 Schnabel Alfred
1998
- heute Narr, Dieter
Die
Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Berg
1875 - 1914 Knörnschild Heinrich?
1914 - 1919 Schnabel Nikol
1919 - 1920 Fickenscher Fritz
1921 - 1922 Martin Christian
1923 -
Rodel Johann
1923 - 1933 Kießling Johann
1933 - 1936 Hüfner Wilhelm
1936 - 1939 Haas Hans
1940
- 1944 Beier Heinrich
1944
- 1946 Spengler Erich
1946
- 1952 Spengler Erich
1953 - 1958 Wilfert Max
1958 - 1961 Schaller Richard
1961 - 1966 Fiedler Manfred
1966 - 1971 Müller Helmut
1971 - 1977 Michael Arthur
1977 - 1984 Straßberger Werner
1984 -
2004 Peetz Manfred
2004
- heute Schaller, Gunther
Informationen
zur derzeitigen Aktiven Wehr, der jetzigen Führung und
dem Vorstand finden Sie hier
!
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