{"id":124,"date":"2012-08-30T21:00:51","date_gmt":"2012-08-30T19:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/?page_id=124"},"modified":"2019-01-01T22:53:59","modified_gmt":"2019-01-01T21:53:59","slug":"streifzug-durch-die-geschichte-der-berger-wehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/streifzug-durch-die-geschichte-der-berger-wehr\/","title":{"rendered":"Streifzug durch die Geschichte der Berger Wehr"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie alle Wehren, war auch die Berger Wehr immer bem\u00fcht, sich zu vervollkommnen, um ihren geschworenen Feind, dem Feuer, immer ger\u00fcsteter entgegentreten zu k\u00f6nnen. Sie fand wohl alle Zeit mannigfache F\u00f6rderung durch die Gemeindebeh\u00f6rden im Rahmen der Nachbarschaftshilfe und finanzieller Aufwendungen. Aber nicht gleiches Verst\u00e4ndnis fand sie bei der gro\u00dfen Masse der Einwohner, die, soweit sie nicht selbst betroffen oder in Mitleidenschaft gezogen wurde, h\u00e4ufig genug in den Br\u00e4nden nur ein interessantes Schauspiel sahen und infolge ihrer unbez\u00e4hmbaren Neugierde die Arbeit der Wehr hemmten und st\u00f6rten.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls klingt auch durch die Berger Feuerchronik deutlich vernehmbar das Hohelied selbstloser N\u00e4chstenliebe. Durch Jahrzehnte hindurch hat die Berger Wehr getreu ihrer Losung \u201eGott zur Ehr, dem N\u00e4chsten zur Wehr\u201d gro\u00dfe und oft unersetzbare Werte gerettet und gr\u00f6\u00dfere Gefahren, welche die Menschen an Hab und Gut bedrohten, abgewendet.<br \/><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"203\" src=\"https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0-2-300x203.jpg\" alt=\"Historie 2\" class=\"wp-image-915\" srcset=\"https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0-2.jpg 300w, https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0-2-120x81.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14px;\">I<\/span>hre erste Erw\u00e4hnung geht auf das Jahr 1803 zur\u00fcck. In der Hofer Stadtgeschichte hei\u00dft es, beim gro\u00dfen Brand von Hof am 13. Juli 1803 wurde die Berger Feuerspritze besch\u00e4digt. Weiter hei\u00dft es: 27 \u201eFeuerspritzen\u201d standen im Jahre 1783 in D\u00f6rfern und Kleinst\u00e4dten rings um Hof, (nach einer Feststellung im \u201eIntelligenzblatt\u201d vom 1. Sept. 1783). Laut Feuerordnung besa\u00df neben Berg auch Issigau, Naila und Lichtenberg eine Feuerspritze. Zu einer Feuerl\u00f6schkolonne wurden damals 48 Mann ben\u00f6tigt, 32 waren \u201ezum Druck\u201d und 16 Mann \u201ezum F\u00fcllen\u201d notwendig. Nach dem Brand wurden zwischen dem 18. \u2013 23. Juli s\u00e4mtliche Ortschaften rings um Hof aufgefordert, die Brandst\u00e4tte mit aufr\u00e4umen zu helfen. An jedem Tag sollten die Helfer von sechs bis neun Ortschaften fr\u00fch um 6 Uhr zu dieser Arbeit antreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwanzig Jahre sp\u00e4ter, am 4.Sept. 1823, war die gr\u00f6\u00dfte Brandkatastrophe in Hof zu verzeichnen. Mit Sicherheit standen auch hier die Berger Wehrm\u00e4nner mit im Einsatz. Leider sind die Aufzeichnungen sehr sp\u00e4rlich. Zu dieser Katastrophe sei noch bemerkt, da\u00df Ende Okt. 1823 sich der k\u00f6nigliche Regierungs-Concipist von Dobeneck in Bayreuth bereit erkl\u00e4rt hat, zur Unterst\u00fctzung der Abgebrannten 3000 der sch\u00f6nsten Baumst\u00e4mme aus seinen Waldungen bei Bug und Berg um den billigsten Preis abzugeben.<br \/><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"203\" src=\"https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0-300x203.jpg\" alt=\"Einfachste Mittel\" class=\"wp-image-923\" srcset=\"https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0.jpg 300w, https:\/\/www.ffw-berg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/image0-120x81.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Was damals die Wehrm\u00e4nner mit ihren primitiven L\u00f6schger\u00e4ten leisteten, ist unvorstellbar und nicht mit der Leistung heutiger Wehren vergleichbar. Hier brannte mehr ab, als alle Br\u00e4nde im 19. Jahrhundert im Landkreis Hof zusammen; 300 Wohngeb\u00e4ude und 300 Nebengeb\u00e4ude.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Die Br\u00e4nde im 19. Jahrhundert wurden durch Holz und Strohschindeln und dem offenen Licht stark beg\u00fcnstigt. Dies waren auch die Ursachen, die oft ganze Ortsteile zerst\u00f6rten, wie in Berg 1873. Die gro\u00dfe Not, die nach den Br\u00e4nden herrschte, wurde oft noch durch Mi\u00dfernten erh\u00f6ht. Hinzu kam das Nichtbeachten der alten Mahnung \u201eBewahrt das Feuer und das Licht\u201d, das unseren V\u00e4tern oft genug schwersten Schaden und Verluste bescherte.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Das Sprichwort \u201e<em>Durch Schaden wird man klug<\/em>\u201d hatte in unserem Dorf durch Jahrzehnte hindurch seine G\u00fcltigkeit verloren. Denn das Gebot der Klugheit, rasch zuzugreifen und gemeinsam alle nur erdenklichen Mittel zur m\u00f6glichst schnellen Unterdr\u00fcckung eines Feuers anzuwenden, wurde oft nicht beachtet. Man hielt sich zu wenig an die Bestimmungen der \u201eFeuerordnung\u201d, wie dies der Brand von 1873 best\u00e4tigte. Die Ausdehnung manchen Brandes, auch mit den damals noch unzul\u00e4nglichen L\u00f6schmitteln, h\u00e4tte verhindert werden k\u00f6nnen, wenn nicht nur einzelne, sondern alle ihre vorgeschriebene Pflicht getan h\u00e4tten.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Bei allen Vorschriften und \u00a7\u00a7 war das Wasser wohl immer das Wichtigste, das Vorrangige. Im Wasserkrieg von Berg 1787 \u2013 1796 wird es deutlich, wie wichtig es war, die alten Brunnen zu erhalten um gen\u00fcgend Wasser f\u00fcr die Brandbek\u00e4mpfung im Dorf zu haben.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Im landschaftlichen Dreieck Berg \u2013 Hadermannsgr\u00fcn \u2013 Schnarchenreuth wurde gegen 1786 das Eisen- und Kupferbergwerk \u201eEisenknoten\u201d angefahren. Da man nicht den Mut hatte, einen tiefen Stollen anzufahren, begn\u00fcgte man sich mit einer Stollentiefe von 28 m, obgleich am Mundloch 72 m vorgesehen waren. Stellenweise arbeitete man nur 12 m unter Tage. Daraufhin trockneten zwei in der N\u00e4he gelegene Teiche im Jahre 1787 \u00fcberraschend aus. Da auch der Stollen-Brunnen und andere gef\u00e4hrdet waren, kam es zu dem Wasserkrieg in Berg. Es war einfach die Angst, das Wasser f\u00fcr die Brandbek\u00e4mpfung k\u00f6nnte versiegen. Die Grube kam bald zum Erliegen, da man nicht den Mut hatte, den Stollen tiefer anzusetzen. 1790 war er nur noch in Fristen erhalten. Der Eisenknoten ging darauf wieder ein, aber die Wasserversorgung blieb dennoch ungen\u00fcgend.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Ein opferwilliger Mann traf in der Berger Wassergeschichte bei den Bergern wiederum auf b\u00f6swilliges Unverst\u00e4ndnis, wie vorher die gutwilligen Bergfachleute und Wassergutachter. Es war der damalige Kantor von Berg, Joh. Gottfried Drechsel, der sehr wohlhabend war. Auf eigene Kosten lie\u00df er den \u201eKannesbrunnen\u201d treiben. Von den damals 63 Hausbesitzern einschlie\u00dflich Pfarramt unterst\u00fctzten ihn nur 4. Obwohl Kantor Drechsel ein handfestes Gutachten des Bauassessors und sp\u00e4teren Gelehrten Alexander von Humboldt vorlegen konnte, fand sein Gesuch um Gew\u00e4hrung von 180 Talern f\u00fcr die Wasserbeschaffung durch den K\u00f6nig von Preu\u00dfen Ablehnung. Das Gesuch landete im Aktenfriedhof zu Bayreuth. Das Werk des Kantors Drechsel blieb unvollendet. Mit ihm wurde auch der damalige Wasserkrieg von Berg zu Grabe getragen.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wertvollste aus dem damaligen gewollten und ungewollten Durcheinander stellt das Gutachten Humboldts voran. Er hatte den Kannes-Brunnen zweimal befahren und d\u00fcrfte sich wegen dieses Wasservorkommens auf der Berger Hochfl\u00e4che nicht get\u00e4uscht haben, denn aus diesem Reservoir beziehen Berg, Hadermannsgr\u00fcn, Schnarchenreuth, Gottsmannsgr\u00fcn, Bug, ein Teil von Br\u00fcck und Erzengel ihr Wasser.<br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Wie alle Wehren, war auch die Berger Wehr immer bem\u00fcht, sich zu vervollkommnen, um ihren geschworenen Feind, dem Feuer, immer ger\u00fcsteter entgegentreten zu k\u00f6nnen. 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